Nationalparkzentrum Ruhestein: Umweltministerium vertagt moderne Bezahllösung auf unbestimmte Zeit

30. Dez. 2025

Die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Katrin Schindele (Wahlkreis Freudenstadt) und Cornelia von Loga (Wahlkreis Baden-Baden/Bühl) zeigen sich enttäuscht über die Antwort des grün-geführten Umweltministeriums auf ihre Kleine Anfrage zu den Bezahlmöglichkeiten im Nationalparkzentrum am Ruhestein. Die Stellungnahme von Umweltministerin Thekla Walker bleibt in wesentlichen Punkten unkonkret und lässt eine zeitnahe Lösung für Besucherinnen und Besucher vermissen.

Besonders aufschlussreich ist die Antwort des Ministeriums auf die Fragen nach der Geschichte der Bezahlproblematik: „Eine Online-Bezahlmöglichkeit von Eintrittskarten für die Ausstellung im Nationalparkzentrum am Ruhestein bestand in den Jahren 2020 bis 2022. Zur Auflösung des Vertrages mit dem Dienstleister für Online-Zahlungen führten sachlich fehlerhafte Rechnungen des Dienstleisters, die trotz vielfacher Anmahnung der Nationalparkverwaltung nicht korrigiert wurden. Eine Möglichkeit vor Ort für Eintrittskarten mit einer Bankkarte zu bezahlen, gab es bisher nicht.“

„Es ist kaum zu glauben, dass eine moderne Tourismuseinrichtung des Landes, die vor fünf Jahren eröffnet wurde, zu keinem Zeitpunkt über ein Bezahlsystem vor Ort mit Karte verfügte“, kritisiert Katrin Schindele. „Und seit 2022, also seit drei Jahren, gibt es nicht einmal mehr die Möglichkeit einer Online-Buchung. Das ist für eine Landeseinrichtung nicht hinnehmbar.“

Als vermeintliche Lösung verweist das Umweltministerium darauf, dass Besucherinnen und Besucher im benachbarten Shop der Nationalparkregion Bargeld abheben können: „Im von der Nationalparkregion betriebenen Shop, direkt neben dem Kassenbereich der Ausstellung, kann jedoch auch ohne Einkauf Bargeld ausgezahlt werden, sodass bisher niemand auf den Besuch der Ausstellung verzichten musste.“

„Diese Notlösung ist alles andere als besucherfreundlich“, so Cornelia von Loga. „Es stellt sich zudem die Frage, welche Gebühren für diese Bargeldabhebungen anfallen und wer diese letztendlich trägt.“ Positiv sei zwar, dass sowohl im Shop als auch in der Ruhesteinschänke moderne Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden, umso unverständlicher sei es, dass dies im Nationalparkzentrum selbst nicht der Fall ist.

Das grün-geführte Umweltministerium kündigt lediglich eine „Übergangslösung“ für Kartenzahlung im Jahr 2026 an, konkrete Termine fehlen jedoch. Zu langfristigen Lösungen könne man „noch keine konkreten Aussagen zu Zeitplänen und Bezahlsystemen und daher folglich auch nicht zu Kosten“ treffen. „Diese Aussage ist schlicht unbefriedigend“, kritisieren von Loga und Schindele. „Wir sprechen hier nicht von einer komplexen technischen Herausforderung, sondern von einem Standard-Kartenzahlungssystem, das in jedem Einzelhandelsgeschäft funktioniert.“

Die beiden Abgeordneten fordern das Umweltministerium auf, mit deutlich mehr Nachdruck an einer zügigen Lösung zu arbeiten. „Der Schwarzwald ist eine international bedeutende Tourismusregion. Das Nationalparkzentrum sollte zeitgemäße Standards erfüllen“, so von Loga und Schindele abschließend. „Wir erwarten konkrete Zeitpläne und eine Umsetzung noch im ersten Halbjahr 2026, nicht nur als Übergangslösung, sondern als dauerhafte, moderne Bezahlinfrastruktur.“